Warum Sie als Arbeitnehmer nie Vermögen haben werden!

Einführung in das Thema

Sie arbeiten viel und haben trotzdem wenig oder keine Ersparnisse? Womöglich gehören Sie sogar zur gutverdienenden Mittelschicht und Sie haben trotzdem eine Absage für einen Wohnimmobilienkredit erhalten? Im folgenden Beitrag möchte ich Ihnen aus eigener Erfahrung schildern, warum harte Arbeit allein für eine finanzielle Unabhängigkeit nicht ausreicht und was sie dagegen zun können.

Mein Werdegang zur finanziellen Unabhängigkeit

Jeder Mensch ist individuell und entwickelt sich im Leben unterschiedlich weiter. So ist mein beruflicher Werdegang nur ein Beispiel von vielen. Ich möchte sie nicht mit meiner Biographie langweilen und fasse mich deshalb kurz.

Ich war ein mittelmäßiger Schüler und hatte das Glück, auf der Schulfarm Insel Scharfenberg in eine Aufbauklasse für Abiturenten zu kommen. Das Abitur öffnete die Tür zur Ausbildung in der Berliner Sparkasse. In den ersten 20 Jahren meines Berufslebens arbeitete ich mich bis zum Abteilungsdirektor im Bereich Kredit hoch und verdiente sehr gut. Als Unternehmensberater verdiente ich später noch mehr.

Und trotzdem waren meine anfänglichen Immobilienfinanzierungen immer bei nahe 100% des Kaufpreises. Die Nebenkosten mit Grunderwerbsteuer, Gebühren und ggf. Maklerprovision konnte ich gerade so stemmen. Manchmal aus dafür nicht gedachten Konsumentendarlehen. Sicher lag das auch an meiner Lebenseinstellung. Ich bin kein Frugalist, sondern ich habe das Geld immer gern für das Leben ausgegeben.

Meine Vermögenssituation änderte sich erst mit dem Ankauf und späteren Verkauf von Immobilien und von Gold. Zu beiden Themen habe ich schon etwas geschrieben, klicken Sie auf die Links. Insbesondere bei der Wohneigentumsquote gibt es eine starke Korrelation zur Vermögensungleichheit. Je höher die Wohneigentumsquote ist, desto gerechter ist das Vermögen verteilt. Deutschland ist das Schlusslicht in der EU!

Bezüglich der Wertentwicklung gehört natürlich auch etwas Glück dazu. Allerdings war die Spekulation auf höhere Werte nie die primäre Absicht, sondern ich wollte langfristig Vermögen aufbauen. Heute kommt noch die Vermeidung von Vermögensverlust durch die hohe Inflation dazu. Nebenbei sparte ich auch Bausparverträge, Lebensversicherungen und Aktienfonds an.

Es war ein langer Weg und damit meine ich mehrere Jahrzehnte! Heute bin ich deutlich vor der Rente finanziell unabhängig. Geld allein macht natürlich nicht glücklich. Aber für mich trägt die Freiheit, mal nichts zu tun und das Leben am Strand zu genießen, zu einem hohen Glücksgefühl bei. Das hohe Einkommen hat in der Vergangenheit zwar zu einem guten Lebensstandard beigetragen, aber weniger zur Vermögensbildung. Einige der Günde beschreibe ich in den nächsten Kapiteln.

Steuerprogression

Wundern Sie sich manchmal, dass von einer Lohnerhöhung so wenig netto übrigbleibt? Schuld daran ist unter anderem die Steuerprogression. Der Steuersatz steigt in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen überproportional an. Dazu Berechnungsbeispiele mit dem BMF-Steuerrechner. Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 20.000,00 € für einen Alleinstehenden errechnen sich folgende Daten:

Einkommen​steuer2.207,00 Euro11,04 % 26,06 %
Durchschnitts​belastung 11,04% und Grenz​belastung 26,06%

Bei 60.000,00 € ergibt sich folgendes Bild:

Einkommen​steuer15.932,00 Euro26,55 %42,00 %
Durchschnitts​belastung 26,55% und Grenz​belastung 42,00%

Wer im Beispiel oben das Dreifache mehr verdient, hat eine mehr als doppelt so hohe Steuerbelastung im Verhältnis zu seinem Einkommen. Richtig so, werden viele sagen. Man kann es auch anders ins Verhältnis setzen. Wer dreimal mehr verdient zahlt im Beispiel siebenfach mehr an Steuern (15.932,00 : 2.207,00 = 7,22).

Als regelrechten Leistungsanreizkiller bezeichne ich die Grenzbelastung, die mit 42% ab 58.597,00 € (für 2022) einsetzt. Wie im Bild unten erkennbar ist, wird von jedem verdienten Euro ab dieser Grenze 42 Cent Einkommensteuer abgezogen. Als ich dies erkannte, habe ich meine Beratertätigkeit auf 3 Tage in der Woche reduziert.

Steuerprogression in Deutschland 2022

Lohneinkommen versus Gewinneinkommen

Die Lohnquote ist der prozentuale Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen. In Deutschland liegt die Lohnquote seit Jahren ziemlich stabil bei rund 70% (2021 bei 71,2%). Der Rest von 30% verteilt sich auf das Gewinneinkommen. Das können Pacht und Miete auf Immobilien, Kapitaleinkünfte (Zinsen) oder Unternehmensgewinne sein. 70% Lohnquote hören sich viel an. Da sich die Lohnquote aus Bruttolöhnen zuzüglich Sozialbeiträge der Arbeitgeber zusammen setzen, bleibt beim Arbeitnehmer jedoch weniger hängen. Wie wir auch schon an der Steuerprogression gesehen haben.

Entscheidender ist, dass Sie Ihre Arbeitskraft nicht einfach vervielfältigen können. Sie setzen Ihre Arbeitskraft zu 40 Stunden in der Woche ein. Vielleicht machen Sie regelmäßig Überstunden, aber Ihre Kapazität ist begrenzt. Ganz anders ist es beim Kapitalanleger oder Unternehmer. Der Kapitalanleger wird mit vermieteten Immobilien umso mehr Einkommen haben, je mehr Objekte er hat. Beim Unternehmer ist es ähnlich. Die Zahl nach oben ist im Gegensatz zu Ihrer Arbeitskraft nahezu unbegrenzt. Das nennt sich Hebeleffekt.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Branche, in der Sie tätig sind. Wenn Sie als Pflegekraft arbeiten, werden sie deutlich weniger verdienen, als ein Maschinenbauingenieur.

Zusammenfassung

Die Frugalisten haben es erkannt, dass Arbeiten allein niemals zur finanziellen Unabhängigkeit führt. Viele Frugalisten legen ihren Überschuss monatlich in ETF (exchange-traded fund) an. Verbunden mit dem Ziel mit 40 Jahren in Rente gehen zu können. Ob dieser Lebensstil des Verzichts zu einem passt muss jeder selbst wissen. Der Vermögensaufbau geht auch mit mehr Genuss am Leben.

Wenn Sie vom Beruf nicht Erbe sind oder reich geheiratet haben, fangen Sie möglichst früh mit dem Vermögensaufbau an. Ohne Eigenkapital werden Sie zum Beispiel nie eine Immobilie erwerben können.

Für wichtig halte ich eine Diversifizierung des Vermögens und einen sicheren Zugriff darauf. Die sogenannten Assetklassen entwickeln sich nicht alle gleich. Was machen Sie, wenn Sie alles an der Börse in Aktienfonds angelegt haben und der Markt bricht ein? Was passiert, wenn sie Goldzertifikate (Papiergold) gekauft haben und der Emittent hat nicht für genügend Deckung, sprich Echtgold, gesorgt und wird insolvent?

Es ist ein langer und mühsamer Weg Vermögen aufzubauen, aber es lohnt sich. Werden sie finanziell unabhängig und Sie haben mehr Freiheit im Leben.

Ist Gold die richtige Wertanlage?

Einführung in das Thema

Zunächst eine kleine Anekdote. In meiner Beratertätigkeit hatte ich viel mit freiberuflichen Entwicklern zu tun. Also in der IT mit denjenigen, die meine Ideen in Bits und Bytes umsetzten. Einer davon legte seinen Erlös immer gleich in Gold an und wartete, bis genug zusammen war und der Goldkurs zum Verkauf günstig stand. Dann „legte“ er sich hin, wie er das nannte. Er lebte ein halbes Jahr oder länger von seinem Gold. Bis es wieder von vorn losging.

Zu diesem Lebensmodell muss natürlich die Goldpreisentwicklung passen und wir werden uns die Schwankungen ansehen. In heutigen Zeiten kommt dem Inflationsschutz eine große Bedeutung zu. Ein aktuelles Thema ist der Ukraine-Krieg verbunden mit der Frage, welchen Stellenwert hat Gold in Krisenzeiten? Natürlich gibt es einige Nachteile, die ich nicht verschweigen möchte. Wenn Sie sich für Goldanlagen interessieren, habe ich einige Tipps für Sie.

Goldpreisentwicklung

Der Chart unten enthält im grünen Bereich die Wertentwicklung des nominalen Goldpreises in US$ je Feinunze. Historisch betrachtet wurde von März 1900 bis Januar 1934 ein Umtauschwert von 20,67 US$ je Feinunze Gold staatlich festgelegt, später dann 35,00 US$ pro Feinunze bis August 1971. Mit dem Nixon Shock endeten die festen Wechselkurse. Die bis zu diesem Zeitpunkt von der US-Zentralbank in Umlauf gebrachte und durch ein Außenhandelsdefizit im Ausland angehäufte Dollarmenge war so groß, dass die Goldreserven der USA für den Tausch von 35,00 US$ je Feinunze Gold nicht mehr ausgereicht hätten. In Folge stieg der Goldpreis rasant an.

In den 80er und 90er Jahren waren die Goldkurse ziemlich langweilig und pendelten so ungefähr zwischen 300,00 US$ und 400,00 US$ hin und her. Erst ab 2000 ging es mit dem Platzen der Dotcom-Blase richtig bergauf. Ab 2013 mussten Goldbesitzer wieder tapfer sein und einen herben Rückgang (auf hohem Niveau) mit anschließenden Seitwärtstrend verkraften. Seit Mitte 2019 steigt der Preis für Gold wieder deutlich an.

Interessant ist auch der gelbe Bereich, der den Verbraucherpreisindex, also die Kaufkraft von einer Feinunze Gold berücksichtigt. Dieser Wert lag insbesondere bei den gesetzlich festgelegten Umtauschverhältnissen deutlich höher.

Quelle: Codehydro (Alexander Zhikun He), CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Inflationsschutz

Interessant ist die Preisentwicklung und die Kaufkraft von Gold. Im Jahr 1900 bekam man beispielsweise für 1g Feingold insgesamt 12,5kg Roggenbrot oder 1,49kg Butter. Im Jahr 2000 waren es 9,57kg Roggenbrot oder 20,45kg Butter. Zwischen den Jahren gab es zwar heftige Preisschwankungen, aber das Beispiel verdeutlicht, dass Gold immer wertvoll war.

Eines der Hauptargumente der Goldbefürworter ist die bedenkliche Ausweitung der Geldmenge. Unter Geldmenge versteht man den Geld­bestand einer Volkswirtschaft einer bestimmten Bindungsdauer, der sich in Händen von Nichtbanken befindet.

Im Chart unten ist ein steter Anstieg der Geldmengen zu sehen. Interessant ist die Gegenüberstellung des Bruttoinlandprodukts, welches deutlich abgeschwächter wuchs. Ende Dezember des Jahres 2021 belief sich die Geldmenge M3 in der Euro-Zone auf eine unglaubliche Summe von rund 15,5 Billionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg um etwa 7 Prozent im Vergleich zum Ende des Vorjahres!

Quelle: Alex1011, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Die Inflationssorgen wurden jedoch nicht durch den Anstieg der Geldmengen ausgelöst, sondern durch steigende Preise aufgrund der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg.

Schutz in schlechten Zeiten

Vor rund zwei Monaten hätte man mich für dieses Kaufargument noch ausgelacht. Beim Kauf von Gold spielt aktuell der Selbstschutz in Krisenzeiten eine große Rolle. Die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine mussten Hals über Kopf fliehen und hatten bestimmt etwas anderes im Sinn, als vorher noch Geld abzuheben. Zumal eine größere Menge Papiergeld schlechter zu transportieren ist als zum Beispiel 1kg Gold.

Wer in der glücklichen Lage war Gold zu haben, musste es natürlich auch schnell verfügen können. Ein Bankschließfach ist zwar relativ sicher, aber es ist im Notfall vielleicht nicht mehr möglich ranzukommen. Abgesehen davon, dass es im letzten Jahrhundert immer wieder Goldverbote gab und Bankschließfächer schnell gepfändet sind. Eine noch schlechtere Idee ist es für den Notfall Papiergold zu kaufen. Also das Versprechen eines Emittenten eine bestimmte Menge Gold gegen Vorlage eines Wertpapiers zu liefern.

Wer Gold zum Selbstschutz kauft, sollte deshalb eine kleine Stückelung an Münzen oder Barren wählen. Die sind zwar teurer als ein 1kg Goldbarren, aber wer kann in der Krise schon „Wechselgeld“ beim Kauf des oben erwähnten Roggenbrots herausgeben?

Nachteile von Gold

Gold hat an sich keinen Wert. Der Wert von Gold liegt in seiner Seltenheit und das die Menschen darauf vertrauen, dass Gold selten bleibt. Bekanntlich ist es den Alchemisten bisher nicht gelungen, Gold herzustellen. Wer erinnert sich nicht an den Alchemisten am sächsischen Hof, Johann Friedrich Böttger. Er rettete sein Leben, indem er seinem „Arbeitgeber“ wenigstens „Weißes Gold“, also Porzellan, liefern konnte.

Aber natürlich kann es sein, dass irgendwann eine gigantische leicht erschließbare Goldlagerstätte entdeckt wird. Oder ein großer Goldmeteor schlägt auf der Erde ein und wir überleben das. Die Wahrscheinlichkeit dieser Ereignisse halte ich für gering, sonst wäre es schon vor Jahrtausenden geschehen.

Wer Gold kauft kann auf Betrüger hereinfallen. Üblicherweise wird Gold zur Anlage mit einem Feingehalt von 999,9/1000 gekauft, also dem höchsten Reinheitsgrad. Die Feinunze liegt bei 31,1034768g. Als Privatanleger hat man keine Möglichkeit das zu überprüfen. Deshalb sollen möglichst bekannte offizielle Verkaufsstellen gewählt werden. Und natürlich kann Gold gestohlen werden. Es wurden schon bedeutende Mengen aus Bankschließfächern gestohlen und auch die Aufbewahrung Zuhause birgt Einbruchsrisiken.

Damit kommen wir zum nächsten Problem: eine Anonymität ist so gut wie unmöglich. Seit dem 1. Januar 2020 müssen nach dem Geldwäschegesetz (§ 10 GWG) ab 2.000,00 € (vorher 10.000,00 €) die Personendaten des Käufers erfasst werden. Oft ist es so, dass die Goldhändler im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht auch unterhalb des Betrages den Ausweis verlangen.

Der Kauf von Goldbarren, wie auch Goldmünzen ist zwar von der Umsatzsteuer befreit. Jedoch müssen die Münzen und Barren mindestens ein Jahr gehalten werden. Bei der Haltedauer von einem Jahr handelt es sich um die sogenannte „Spekulationsfrist“. Bei einem Weiterverkauf innerhalb eines Jahres wird der Wertzuwachs mit dem persönlichen Einkommensteuersatz belastet.

Gold bringt keine Zinsen und es entstehen Aufbewahrungskosten in Form eines Bankschließfachs oder Anschaffungskosten mit Versicherungskosten bei einem Tresor Zuhause.

Zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis liegt die Marge der Goldhändler. Die muss ein privater Käufer durch Kurssteigerungen erstmal verdienen.

Zusammenfassung

Gold bietet sich als langfristiges Investment an. Wird der Anlagehorizont zu kurz gewählt, kann eine Spekulationssteuer anfallen. Oder es wird ein ungünstiger Goldkurs beim Verkauf erwischt, weil das Geld unbedingt gebraucht wird. Gold unterliegt im Gegensatz zu anderen Edelmetallen keiner Umsatzsteuer.

Gold bietet einen sehr guten Inflationsschutz, jedoch wird Gold nicht verzinst. Stattdessen müssen Aufbewahrungskosten einkalkuliert werden. Aufgrund dessen wird im allgemeinen empfohlen Gold „nur“ zwischen 5% bis 10% des Gesamtvermögens anzulegen.

Wer Gold zur Absicherung in Krisenzeiten kauft, der nimmt kleine Stückelungen und verwahrt Gold so auf, dass ein schneller Zugriff möglich ist. Papiergold scheidet dafür aus.

In jedem Fall soll beim Kauf ein seriöser Goldhändler bevorzugt werden, auch wenn es dadurch nicht anonym ist. Die Gefahr von Betrügern über den Tisch gezogen zu werden ist einfach zu groß.

Wenn Sie trotz der ganzen Nachteile noch Lust an der Goldanlage haben, empfehle ich Ihnen ein regelmäßiges Investment bei der Münze Deutschland. Die Münze Deutschland untersteht dem Bundesverwaltungsamt und es werden die vom Bundesministerium der Finanzen ausgegebenen Sammlermünzen zum Kauf angeboten. Ich kaufe jedes Jahr die frisch geprägten Sammlermünzen. Die gibt es derzeit in Stückelungen von 20,00 €, 50,00 € und 100,00 €. Abgerechnet wird nach Gewicht und aktuellem Goldpreis. Die Sammlermünzen sind hübsch anzusehen und garantiert echt.