Warum Sie als Arbeitnehmer nie Vermögen haben werden!

Einführung in das Thema

Sie arbeiten viel und haben trotzdem wenig oder keine Ersparnisse? Womöglich gehören Sie sogar zur gutverdienenden Mittelschicht und Sie haben trotzdem eine Absage für einen Wohnimmobilienkredit erhalten? Im folgenden Beitrag möchte ich Ihnen aus eigener Erfahrung schildern, warum harte Arbeit allein für eine finanzielle Unabhängigkeit nicht ausreicht und was sie dagegen zun können.

Mein Werdegang zur finanziellen Unabhängigkeit

Jeder Mensch ist individuell und entwickelt sich im Leben unterschiedlich weiter. So ist mein beruflicher Werdegang nur ein Beispiel von vielen. Ich möchte sie nicht mit meiner Biographie langweilen und fasse mich deshalb kurz.

Ich war ein mittelmäßiger Schüler und hatte das Glück, auf der Schulfarm Insel Scharfenberg in eine Aufbauklasse für Abiturenten zu kommen. Das Abitur öffnete die Tür zur Ausbildung in der Berliner Sparkasse. In den ersten 20 Jahren meines Berufslebens arbeitete ich mich bis zum Abteilungsdirektor im Bereich Kredit hoch und verdiente sehr gut. Als Unternehmensberater verdiente ich später noch mehr.

Und trotzdem waren meine anfänglichen Immobilienfinanzierungen immer bei nahe 100% des Kaufpreises. Die Nebenkosten mit Grunderwerbsteuer, Gebühren und ggf. Maklerprovision konnte ich gerade so stemmen. Manchmal aus dafür nicht gedachten Konsumentendarlehen. Sicher lag das auch an meiner Lebenseinstellung. Ich bin kein Frugalist, sondern ich habe das Geld immer gern für das Leben ausgegeben.

Meine Vermögenssituation änderte sich erst mit dem Ankauf und späteren Verkauf von Immobilien und von Gold. Zu beiden Themen habe ich schon etwas geschrieben, klicken Sie auf die Links. Insbesondere bei der Wohneigentumsquote gibt es eine starke Korrelation zur Vermögensungleichheit. Je höher die Wohneigentumsquote ist, desto gerechter ist das Vermögen verteilt. Deutschland ist das Schlusslicht in der EU!

Bezüglich der Wertentwicklung gehört natürlich auch etwas Glück dazu. Allerdings war die Spekulation auf höhere Werte nie die primäre Absicht, sondern ich wollte langfristig Vermögen aufbauen. Heute kommt noch die Vermeidung von Vermögensverlust durch die hohe Inflation dazu. Nebenbei sparte ich auch Bausparverträge, Lebensversicherungen und Aktienfonds an.

Es war ein langer Weg und damit meine ich mehrere Jahrzehnte! Heute bin ich deutlich vor der Rente finanziell unabhängig. Geld allein macht natürlich nicht glücklich. Aber für mich trägt die Freiheit, mal nichts zu tun und das Leben am Strand zu genießen, zu einem hohen Glücksgefühl bei. Das hohe Einkommen hat in der Vergangenheit zwar zu einem guten Lebensstandard beigetragen, aber weniger zur Vermögensbildung. Einige der Günde beschreibe ich in den nächsten Kapiteln.

Steuerprogression

Wundern Sie sich manchmal, dass von einer Lohnerhöhung so wenig netto übrigbleibt? Schuld daran ist unter anderem die Steuerprogression. Der Steuersatz steigt in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen überproportional an. Dazu Berechnungsbeispiele mit dem BMF-Steuerrechner. Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 20.000,00 € für einen Alleinstehenden errechnen sich folgende Daten:

Einkommen​steuer2.207,00 Euro11,04 % 26,06 %
Durchschnitts​belastung 11,04% und Grenz​belastung 26,06%

Bei 60.000,00 € ergibt sich folgendes Bild:

Einkommen​steuer15.932,00 Euro26,55 %42,00 %
Durchschnitts​belastung 26,55% und Grenz​belastung 42,00%

Wer im Beispiel oben das Dreifache mehr verdient, hat eine mehr als doppelt so hohe Steuerbelastung im Verhältnis zu seinem Einkommen. Richtig so, werden viele sagen. Man kann es auch anders ins Verhältnis setzen. Wer dreimal mehr verdient zahlt im Beispiel siebenfach mehr an Steuern (15.932,00 : 2.207,00 = 7,22).

Als regelrechten Leistungsanreizkiller bezeichne ich die Grenzbelastung, die mit 42% ab 58.597,00 € (für 2022) einsetzt. Wie im Bild unten erkennbar ist, wird von jedem verdienten Euro ab dieser Grenze 42 Cent Einkommensteuer abgezogen. Als ich dies erkannte, habe ich meine Beratertätigkeit auf 3 Tage in der Woche reduziert.

Steuerprogression in Deutschland 2022

Lohneinkommen versus Gewinneinkommen

Die Lohnquote ist der prozentuale Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen. In Deutschland liegt die Lohnquote seit Jahren ziemlich stabil bei rund 70% (2021 bei 71,2%). Der Rest von 30% verteilt sich auf das Gewinneinkommen. Das können Pacht und Miete auf Immobilien, Kapitaleinkünfte (Zinsen) oder Unternehmensgewinne sein. 70% Lohnquote hören sich viel an. Da sich die Lohnquote aus Bruttolöhnen zuzüglich Sozialbeiträge der Arbeitgeber zusammen setzen, bleibt beim Arbeitnehmer jedoch weniger hängen. Wie wir auch schon an der Steuerprogression gesehen haben.

Entscheidender ist, dass Sie Ihre Arbeitskraft nicht einfach vervielfältigen können. Sie setzen Ihre Arbeitskraft zu 40 Stunden in der Woche ein. Vielleicht machen Sie regelmäßig Überstunden, aber Ihre Kapazität ist begrenzt. Ganz anders ist es beim Kapitalanleger oder Unternehmer. Der Kapitalanleger wird mit vermieteten Immobilien umso mehr Einkommen haben, je mehr Objekte er hat. Beim Unternehmer ist es ähnlich. Die Zahl nach oben ist im Gegensatz zu Ihrer Arbeitskraft nahezu unbegrenzt. Das nennt sich Hebeleffekt.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Branche, in der Sie tätig sind. Wenn Sie als Pflegekraft arbeiten, werden sie deutlich weniger verdienen, als ein Maschinenbauingenieur.

Zusammenfassung

Die Frugalisten haben es erkannt, dass Arbeiten allein niemals zur finanziellen Unabhängigkeit führt. Viele Frugalisten legen ihren Überschuss monatlich in ETF (exchange-traded fund) an. Verbunden mit dem Ziel mit 40 Jahren in Rente gehen zu können. Ob dieser Lebensstil des Verzichts zu einem passt muss jeder selbst wissen. Der Vermögensaufbau geht auch mit mehr Genuss am Leben.

Wenn Sie vom Beruf nicht Erbe sind oder reich geheiratet haben, fangen Sie möglichst früh mit dem Vermögensaufbau an. Ohne Eigenkapital werden Sie zum Beispiel nie eine Immobilie erwerben können.

Für wichtig halte ich eine Diversifizierung des Vermögens und einen sicheren Zugriff darauf. Die sogenannten Assetklassen entwickeln sich nicht alle gleich. Was machen Sie, wenn Sie alles an der Börse in Aktienfonds angelegt haben und der Markt bricht ein? Was passiert, wenn sie Goldzertifikate (Papiergold) gekauft haben und der Emittent hat nicht für genügend Deckung, sprich Echtgold, gesorgt und wird insolvent?

Es ist ein langer und mühsamer Weg Vermögen aufzubauen, aber es lohnt sich. Werden sie finanziell unabhängig und Sie haben mehr Freiheit im Leben.

Ist Gold die richtige Wertanlage?

Einführung in das Thema

Zunächst eine kleine Anekdote. In meiner Beratertätigkeit hatte ich viel mit freiberuflichen Entwicklern zu tun. Also in der IT mit denjenigen, die meine Ideen in Bits und Bytes umsetzten. Einer davon legte seinen Erlös immer gleich in Gold an und wartete, bis genug zusammen war und der Goldkurs zum Verkauf günstig stand. Dann „legte“ er sich hin, wie er das nannte. Er lebte ein halbes Jahr oder länger von seinem Gold. Bis es wieder von vorn losging.

Zu diesem Lebensmodell muss natürlich die Goldpreisentwicklung passen und wir werden uns die Schwankungen ansehen. In heutigen Zeiten kommt dem Inflationsschutz eine große Bedeutung zu. Ein aktuelles Thema ist der Ukraine-Krieg verbunden mit der Frage, welchen Stellenwert hat Gold in Krisenzeiten? Natürlich gibt es einige Nachteile, die ich nicht verschweigen möchte. Wenn Sie sich für Goldanlagen interessieren, habe ich einige Tipps für Sie.

Goldpreisentwicklung

Der Chart unten enthält im grünen Bereich die Wertentwicklung des nominalen Goldpreises in US$ je Feinunze. Historisch betrachtet wurde von März 1900 bis Januar 1934 ein Umtauschwert von 20,67 US$ je Feinunze Gold staatlich festgelegt, später dann 35,00 US$ pro Feinunze bis August 1971. Mit dem Nixon Shock endeten die festen Wechselkurse. Die bis zu diesem Zeitpunkt von der US-Zentralbank in Umlauf gebrachte und durch ein Außenhandelsdefizit im Ausland angehäufte Dollarmenge war so groß, dass die Goldreserven der USA für den Tausch von 35,00 US$ je Feinunze Gold nicht mehr ausgereicht hätten. In Folge stieg der Goldpreis rasant an.

In den 80er und 90er Jahren waren die Goldkurse ziemlich langweilig und pendelten so ungefähr zwischen 300,00 US$ und 400,00 US$ hin und her. Erst ab 2000 ging es mit dem Platzen der Dotcom-Blase richtig bergauf. Ab 2013 mussten Goldbesitzer wieder tapfer sein und einen herben Rückgang (auf hohem Niveau) mit anschließenden Seitwärtstrend verkraften. Seit Mitte 2019 steigt der Preis für Gold wieder deutlich an.

Interessant ist auch der gelbe Bereich, der den Verbraucherpreisindex, also die Kaufkraft von einer Feinunze Gold berücksichtigt. Dieser Wert lag insbesondere bei den gesetzlich festgelegten Umtauschverhältnissen deutlich höher.

Quelle: Codehydro (Alexander Zhikun He), CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Inflationsschutz

Interessant ist die Preisentwicklung und die Kaufkraft von Gold. Im Jahr 1900 bekam man beispielsweise für 1g Feingold insgesamt 12,5kg Roggenbrot oder 1,49kg Butter. Im Jahr 2000 waren es 9,57kg Roggenbrot oder 20,45kg Butter. Zwischen den Jahren gab es zwar heftige Preisschwankungen, aber das Beispiel verdeutlicht, dass Gold immer wertvoll war.

Eines der Hauptargumente der Goldbefürworter ist die bedenkliche Ausweitung der Geldmenge. Unter Geldmenge versteht man den Geld­bestand einer Volkswirtschaft einer bestimmten Bindungsdauer, der sich in Händen von Nichtbanken befindet.

Im Chart unten ist ein steter Anstieg der Geldmengen zu sehen. Interessant ist die Gegenüberstellung des Bruttoinlandprodukts, welches deutlich abgeschwächter wuchs. Ende Dezember des Jahres 2021 belief sich die Geldmenge M3 in der Euro-Zone auf eine unglaubliche Summe von rund 15,5 Billionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg um etwa 7 Prozent im Vergleich zum Ende des Vorjahres!

Quelle: Alex1011, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Die Inflationssorgen wurden jedoch nicht durch den Anstieg der Geldmengen ausgelöst, sondern durch steigende Preise aufgrund der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg.

Schutz in schlechten Zeiten

Vor rund zwei Monaten hätte man mich für dieses Kaufargument noch ausgelacht. Beim Kauf von Gold spielt aktuell der Selbstschutz in Krisenzeiten eine große Rolle. Die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine mussten Hals über Kopf fliehen und hatten bestimmt etwas anderes im Sinn, als vorher noch Geld abzuheben. Zumal eine größere Menge Papiergeld schlechter zu transportieren ist als zum Beispiel 1kg Gold.

Wer in der glücklichen Lage war Gold zu haben, musste es natürlich auch schnell verfügen können. Ein Bankschließfach ist zwar relativ sicher, aber es ist im Notfall vielleicht nicht mehr möglich ranzukommen. Abgesehen davon, dass es im letzten Jahrhundert immer wieder Goldverbote gab und Bankschließfächer schnell gepfändet sind. Eine noch schlechtere Idee ist es für den Notfall Papiergold zu kaufen. Also das Versprechen eines Emittenten eine bestimmte Menge Gold gegen Vorlage eines Wertpapiers zu liefern.

Wer Gold zum Selbstschutz kauft, sollte deshalb eine kleine Stückelung an Münzen oder Barren wählen. Die sind zwar teurer als ein 1kg Goldbarren, aber wer kann in der Krise schon „Wechselgeld“ beim Kauf des oben erwähnten Roggenbrots herausgeben?

Nachteile von Gold

Gold hat an sich keinen Wert. Der Wert von Gold liegt in seiner Seltenheit und das die Menschen darauf vertrauen, dass Gold selten bleibt. Bekanntlich ist es den Alchemisten bisher nicht gelungen, Gold herzustellen. Wer erinnert sich nicht an den Alchemisten am sächsischen Hof, Johann Friedrich Böttger. Er rettete sein Leben, indem er seinem „Arbeitgeber“ wenigstens „Weißes Gold“, also Porzellan, liefern konnte.

Aber natürlich kann es sein, dass irgendwann eine gigantische leicht erschließbare Goldlagerstätte entdeckt wird. Oder ein großer Goldmeteor schlägt auf der Erde ein und wir überleben das. Die Wahrscheinlichkeit dieser Ereignisse halte ich für gering, sonst wäre es schon vor Jahrtausenden geschehen.

Wer Gold kauft kann auf Betrüger hereinfallen. Üblicherweise wird Gold zur Anlage mit einem Feingehalt von 999,9/1000 gekauft, also dem höchsten Reinheitsgrad. Die Feinunze liegt bei 31,1034768g. Als Privatanleger hat man keine Möglichkeit das zu überprüfen. Deshalb sollen möglichst bekannte offizielle Verkaufsstellen gewählt werden. Und natürlich kann Gold gestohlen werden. Es wurden schon bedeutende Mengen aus Bankschließfächern gestohlen und auch die Aufbewahrung Zuhause birgt Einbruchsrisiken.

Damit kommen wir zum nächsten Problem: eine Anonymität ist so gut wie unmöglich. Seit dem 1. Januar 2020 müssen nach dem Geldwäschegesetz (§ 10 GWG) ab 2.000,00 € (vorher 10.000,00 €) die Personendaten des Käufers erfasst werden. Oft ist es so, dass die Goldhändler im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht auch unterhalb des Betrages den Ausweis verlangen.

Der Kauf von Goldbarren, wie auch Goldmünzen ist zwar von der Umsatzsteuer befreit. Jedoch müssen die Münzen und Barren mindestens ein Jahr gehalten werden. Bei der Haltedauer von einem Jahr handelt es sich um die sogenannte „Spekulationsfrist“. Bei einem Weiterverkauf innerhalb eines Jahres wird der Wertzuwachs mit dem persönlichen Einkommensteuersatz belastet.

Gold bringt keine Zinsen und es entstehen Aufbewahrungskosten in Form eines Bankschließfachs oder Anschaffungskosten mit Versicherungskosten bei einem Tresor Zuhause.

Zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis liegt die Marge der Goldhändler. Die muss ein privater Käufer durch Kurssteigerungen erstmal verdienen.

Zusammenfassung

Gold bietet sich als langfristiges Investment an. Wird der Anlagehorizont zu kurz gewählt, kann eine Spekulationssteuer anfallen. Oder es wird ein ungünstiger Goldkurs beim Verkauf erwischt, weil das Geld unbedingt gebraucht wird. Gold unterliegt im Gegensatz zu anderen Edelmetallen keiner Umsatzsteuer.

Gold bietet einen sehr guten Inflationsschutz, jedoch wird Gold nicht verzinst. Stattdessen müssen Aufbewahrungskosten einkalkuliert werden. Aufgrund dessen wird im allgemeinen empfohlen Gold „nur“ zwischen 5% bis 10% des Gesamtvermögens anzulegen.

Wer Gold zur Absicherung in Krisenzeiten kauft, der nimmt kleine Stückelungen und verwahrt Gold so auf, dass ein schneller Zugriff möglich ist. Papiergold scheidet dafür aus.

In jedem Fall soll beim Kauf ein seriöser Goldhändler bevorzugt werden, auch wenn es dadurch nicht anonym ist. Die Gefahr von Betrügern über den Tisch gezogen zu werden ist einfach zu groß.

Wenn Sie trotz der ganzen Nachteile noch Lust an der Goldanlage haben, empfehle ich Ihnen ein regelmäßiges Investment bei der Münze Deutschland. Die Münze Deutschland untersteht dem Bundesverwaltungsamt und es werden die vom Bundesministerium der Finanzen ausgegebenen Sammlermünzen zum Kauf angeboten. Ich kaufe jedes Jahr die frisch geprägten Sammlermünzen. Die gibt es derzeit in Stückelungen von 20,00 €, 50,00 € und 100,00 €. Abgerechnet wird nach Gewicht und aktuellem Goldpreis. Die Sammlermünzen sind hübsch anzusehen und garantiert echt.

Wohneigentumsquoten und ihr Einfluss auf die Vermögensverteilung und Verhaltensänderungen der Bevölkerung

Einführung in das Thema

In diesem Artikel geht es um die Wohneigentumsquoten und die daraus resultierenden Auswirkungen. Bei den Immobilieneigentümern handelt es sich nicht um sogenannte Kapitalanleger, sondern um Selbstnutzer. Hier ist interessant, wie Deutschland im Vergleich zu Europa dasteht und was es mit der Vermögensverteilung macht. Im zweiten Abschnitt sehen wir uns die Wohneigentumsquoten in Deutschland an und was es mit den Bürgern macht.

Wohneigentumsquoten in Europa

Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass Deutschland in der EU schon immer zu den Ländern mit der geringsten Eigentumsquote gehörte. Die Zahlen resultieren aus einer Studie von  Leo Kaas, Georgi Kocharkov, Edgar Preugschat und Nawid Siassi und wurden der Veröffentlichung der Deutschen Bundesbank entnommen:

An der Studie ist interessant, dass neben den Wohneigentumsquoten die Vermögensungleichheit korreliert wird. Der Gini-Index zeigt die Abweichung der Verteilung des Haushaltsnettovermögens auf Personen oder Haushalte innerhalb eines Landes von einer vollkommen gleichen Verteilung. Ein Wert von 0 bedeutet absolute Gleichheit, ein Wert von 1 absolute Ungleichheit. Deutschland hat mit der niedrigsten Wohneigentumsquote von rund 45% die höchste Vermögensungleichheit von ca. 0,75 innerhalb der EU. Zum Beispiel ist in Spanien die Eigentumsquote besonders hoch und die Vermögensungleichheit geringer als in Deutschland. Es besteht eine hohe Korrelation zwischen der Wohneigentumsquote und der Vermögensungleichheit.

Quelle: https://www.bundesbank.de/de/publikationen/forschung/research-brief/2020-30-wohneigentumsquote-822090

Angesichts der wachsenden Inflation wird die Vermögensungleichheit zwischen Eigentümern und Mietern noch zunehmen. So sind im 4. Quartal 2021 die Preise für Wohnimmobilien um durchschnittlich 12,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen.

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/03/PD22_133_61262.html

Im Rahmen der Studie simulierten die Autoren eine veränderte Wohnungspolitik, und nahmen als Beispiel die Vereinigten Staaten, deren Wohneigentumsquote bei etwa 65% liegt. Dazu wurden drei Parameter geändert:

  • Die Grunderwerbsteuer wird um 5% reduziert (auf das Durchschnittsniveau von 0,33% in den USA!)
  • Abzugsfähigkeit der Hypothekenzinsen (in Deutschland nur bei vermieteten Immobilien erlaubt)
  • Kein sozialer Wohnungsbau (eingesparter Betrag reduziert die Einkommensteuer)

Alle drei Simulationen führen kumuliert zu einem Anstieg der Wohneigentumsquote von 58%. Ob ausgerechnet die USA als gutes Beispiel für eine ausgeglichene Vermögensverteilung herangezogen werden können, wage ich zu bezweifeln. Unabhängig davon soll die Wohneigentumsquote in Deutschland meines Erachtens erhöht werden.

Wohneigentumsquoten innerhalb Deutschlands

Eine weitere interessante Statistik stellt die Verteilung der Eigentumsquoten in Deutschland dar. Die letzten verfügbaren Zahlen sind aus 2018 und sollen in diesem Jahr von DESTATIS (Statistisches Bundesamt) durch die nächste Gebäude- und Wohnungszählung 2022 erneuert werden.

Berlin liegt mit Abstand mit 17,4% auf den letzten Platz, dicht gefolgt von Hamburg mit 23,9%.

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Wohnen/_Grafik/_Interaktiv/eigentuemerquote.html

Ich bin in Berlin aufgewachsen und lebte fast fünf Jahrzehnte in der Stadt. Was mir in Berlin in den letzten Jahren auffiel, war die besonders aggressive Haltung der Berliner gegen Wohneigentümer. Zum Beispiel mit dem Mietendeckel 2020, welcher bekanntlich vom Bundesverfassungsgericht wieder einkassiert wurde. Der Mietendeckel hat das Angebot an verfügbaren Mietwohnungen in Berlin deutlich reduziert, siehe ifo Schnelldienst, 2021, 74, Nr. 03, 26-29. Ein weiteres Beispiel ist die Volksabstimmung zur Enteignung der großen Wohnungsunternehmen 2021. Mit 59% der gültigen Stimmen befürworteten mehr als 1 Mio. Berliner die Volksabstimmung. Beiden Maßnahmen ist gemeinsam, dass damit keine einzige neue Wohnung geschaffen wird und sich das Investorenklima weiter verschlechtert.

Wer zur Miete wohnt, hat gerade in Berlin allergrößte Schwierigkeiten eine finanzierbare Wohnung zu finden. Aufgrund der Wohnungsknappheit und dem anhaltendem Zuzug wird das Verhalten der Bevölkerung durch Verteilungskämpfe aggressiver. Als ich Anfang der 80er als Azubi der „Sparkasse der Stadt Berlin West“, wie die Berliner Sparkasse damals noch hieß, eine Wohnung suchte, stieß ich auf ähnliche Schwierigkeiten. Mit der Mauer um West Berlin war der Wohnraum sehr eingeschränkt. Das änderte sich nach dem Fall der Mauer.

Bis Mitte der 90er stiegen die Immobilienpreise rasant an, bis eine Sättigung einsetzte. Auf einmal waren zuviel Wohnungen da. Die Folge waren fallende Miet-/ und Immobilienpreise. Ich arbeitete damals bei der GrundKredit Bank (GKB) und bekam mit, wie einige meiner Firmenkunden aufgrund nicht mehr bedienbarer Immobilienfinanzierungen insolvent wurden. Um die Jahrtausendwende verhob sich die Bankgesellschaft Berlin mit den Immobilienfonds der LBB (LandesBank Berlin). Die garantierten Mieten traten nie ein, die Bankgesellschaft Berlin musste abgewickelt werden. Der Berliner Senat übernahm eine Bürgschaft von rund 20 Mrd. €.

Zusammenfassung

Sicher muss man bei Studien und Statistiken immer vorsichtig sein. Ich bediene mich daher gern offizieller Quellen wie hier von der Deutschen Bundesbank oder vom Statistischen Bundesamt.

Fakt ist, dass Deutschland die niedrigste Wohneigentumsquote innerhalb der EU hat. Wir wissen aus anderen Studien, dass in Deutschland eine besonders große Vermögensungleichheit vorhanden ist. Die vorgestellte Studie macht dafür eine verfehlte Wohnungspolitik verantwortlich. Meines Erachtens gibt es dafür noch andere Gründe.

Festzuhalten bleibt, dass die Wohnungsknappheit ein großes sozialpolitisches Problem ist. Manche Politiker versuchen den Mainstream zu bedienen und die Mieten zu deckeln oder Wohnungsunternehmen zu enteignen. Keines dieser Maßnahmen schafft neue Wohnungen.

Manchmal lohnt ein Blick in die jüngere Vergangenheit. Wir hatten ab Mitte der 90er einen Überhang an Wohnimmobilien mit positiven Auswirkungen auf die Immobilienpreise (aus Sicht der Mieter und Kaufinteressenten). Nach meiner festen Überzeugung muss mehr gebaut werden und es sollte dem Einzelnen durch steuerliche Unterstützung Wohneigentum ermöglicht werden.

Risikofrüherkennung mittels BWA-Analyse

Eine zielgerichtete Analyse der BWA ist für eine unterjährige Bonitätsanalyse eines Firmenkunden unerlässlich. Die Praxis zeigt aber, dass Ihnen als Kreditentscheider, Votierer oder Kreditrevisor zunehmend weniger Zeit für die Analyse verbleibt. Umso wichtiger ist es schnell, fundiert aber dennoch prägnant zu einer Kreditentscheidung zu kommen. Zwei sehr erfahrene Referenten zeigen auf, welche Praxis-Tools für ein schnelles, eigenes Bonitätsurteil hilfreich sind und ohne großen Zeitaufwand im Rahmen der Analyse einer BWA, Summen-/Saldenliste sowie ergänzender Unterlage eingesetzt werden können. Anhand von zahlreichen Praxisfällen und unter Berücksichtigung der Branchenspezifika erlernen die Teilnehmer u. a. die sehr einfache Anwendung eines praxiserprobten BWA-Quick-Bogens, mit überraschend verlässlichen unterjährigen Ergebnisprojektionen.

Weitere Informationen zum Online Seminar am 08.06.2021

Veranstalter:

FCH Gruppe AG
Im Bosseldorn 30
D-69126 Heidelberg

Tel: +49 6221 9989 8 – 0
Fax: +49 6221 99 89 8 – 99
E-Mail: info@fch-gruppe.de

Dozenten:
  • Michael Leistenschneider, Steuerberater mit eigener Kanzlei
  • Ronny Grigg, Inhaber, Grigg Consulting

Quick-Check BWA-Analyse Online

Standardisierte Quick-Check-BWA-Analyse: Formale und materielle Plausibilisierung

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Anhand von zahlreichen Praxisfällen und unter Berücksichtigung der Branchenspezifika erlernen die Teilnehmer u. a. die sehr einfache Anwendung eines praxiserprobten BWA-Quick-Bogens, mit überraschend verlässlichen unterjährigen Ergebnisprojektionen.

Weitere Informationen zum Seminar am 04.11.2020

Veranstalter:

Finanz Colloquium Heidelberg GmbH
Im Bosseldorn 30
D-69126 Heidelberg

Tel.: +49 6221 99 89 8 – 0
Fax: +49 6221 99 89 8 – 99

info@fc-heidelberg.de
www.fc-heidelberg.de

Dozenten:
  • Michael Leistenschneider, Steuerberater mit eigener Kanzlei
  • Ronny Grigg, Inhaber, Grigg Consulting

Buch Forbearance-Maßnahmen in der Kreditpraxis


Herausgeber
: Finanz Colloquium Heidelberg GmbH
Autoren: Ronny Grigg, Frank Günther, Dominik Leichinger, Jürgen Müller
Erscheinungsdatum: am 02.10.2020
Inhalt: Das Kreditgeschäft unterliegt einem ständigen Wandel. In diesem Buch werden die neuen Anforderungen und Problemfelder im Zusammenhang mit Forbearance-Maßnahmen detailliert und praxisgerecht dargestellt. Im Rahmen der Finanzkrise und der Staatsschuldenkrise wurden bei vielen Kreditinstituten Verschlechterungen in der Qualität der Vermögenswerte (Asset Quality) aufgedeckt, die mangels einheitlicher und detaillierter Meldeanforderungen zuvor unbemerkt geblieben waren. Dadurch erschwert sich die Einschätzung der Risikosituation und die Vergleichbarkeit einzelner Bankabschlüsse. Um den Diskrepanzen entgegenzuwirken, haben die Europäische Bankenaufsichtsbehörde, die Europäische Zentralbank und auch die MaRisk neue Anforderungen an das Meldewesen und die Implementierung von Forbearance-Maßnahmen in die Kreditprozesse entwickelt. 

Hier bestellen 😉

Quick-Check-Analyse BWA

Quelle: Banken-Times SPEZIAL Kreditgeschäft & Immobilienfinanzierung
Herausgeber: Finanz Colloquium Heidelberg GmbH
Autor: Ronny Grigg
Erscheinungsdatum: Ausgabe September 2020
Inhalt: Vor der Analyse der BWA soll einen Formalprüfung erforderlicher Mindest-Unterlagen (fallabhängig) erfolgen. Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie sollen die Unterlagen zum Beispiel zeitnahe Informationen darüber enthalten, wie sich die Umsätze, Liquidität und das Eigenkapital entwickeln.

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Auskunftsersuchen der Aufsicht zu Kreditvergabestandards deutscher Kreditinstitute 2019

Das Projekt startete im April 2019 und dauerte bis Juli 2019 an. Auftraggeber war die Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH (SR).

Projektinhalt

Die BaFin und die Deutsche Bundesbank hatten erneut einen Stresstest zur Ertragslage und Widerstandsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld gestartet. 

Die Umfrage bestand aus drei Teilen. Im ersten Baustein, der Niedrigzinsumfeld-Umfrage im engeren Sinne, wurden die Plan- beziehungsweise Prognosedaten der Kreditinstitute sowie fünf aufsichtlich vorgegebene Zinsszenarien für den Zeitraum von 2017 bis 2021 abgefragt. 

Der zweite Baustein war ein Stresstest, der Zinsänderungs-, Kredit- sowie Marktpreisrisiken umfasste.

Den dritten Baustein der Umfrage bildeten Abfragen zu möglichen Folgewirkungen des Niedrigzinsumfelds. Der Fokus lag dabei auf der Kreditvergabe für Wohnimmobilien, den Belastungen aus Pensionsverpflichtungen und der Entwicklung von Kreditvergabestandards. Beim Thema Kreditvergabestandards, speziell bei den Sicherheiten und bei Zusatz- und Nebenvereinbarungen, sollte die Entwicklung der Kreditvergabepolitik von Unternehmenskrediten beleuchtet werden.

Die SR hat im Rahmen dieser Auskunftsersuchen die Sparkassen-Finanzgruppe bei der Ausarbeitung unterstützt.

meine Projektrolle

Unterstützung bei der fachlichen und IT-nahen Aufbereitung der Umfrage zu den Kreditvergabestandards in Abstimmung mit Sparkassenvertretern, Verbänden sowie der Finanz Informatik (FI). Ich analysierte die fachlichen Anforderungen der Aufsicht, gab Algorithmen für die technische Umsetzung vor, erstellte den Leitfaden und leistete Hilfestellung beim Support.

Besondere Hausforderungen
  • fachliche und technische Klärung der Datenfelder aus dem AnaCredit- und FINREP-Umfeld
  • Approximation von Daten aufgrund fehlender Datenquellen
  • sehr enges Zeitgerüst
EBA Konsultation zu Kreditvergabestandards

Banken-Times SPEZIAL Kreditgeschäft & Immobilienfinanzierung April 2020 vom Finanz Colloqium Heidelberg.

Der gesamte Zyklus einer Kreditvergabe, ausgehend vom „Risikoappetit“ bis zur Kreditvergabe, Bepreisung, Hereinnahme von Sicherheiten (Immobilien und Mobilien) sowie die Kreditweiterbearbeitung und Überwachung, wird in diesem Konsultationspapier ausgeführt. Hierbei werden in Teilen die Standards unserer bisherigen MaRisk von der europäischen Aufsicht verschärft, in dem neue Sachverhalte geschaffen und Mindeststandards definiert werden sollen. Den bewährten MaRisk Regelungen in Bezug auf die Proportionalität wird nur in Teilen Rechnung getragen, so dass abzuwarten bleibt, wie die BaFin die Vorgaben der EBA umsetzen wird.

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BWA-Easycheck: Die schnelle geführte BWA-Analyse

Für die geführte Analyse inklusive Verprobung/Abgrenzung der (unterjährigen) Wareneinsatzverbuchung, Cash-flow-Berechnung, Prüfung der Kapitaldienstfähigkeit, Eigenkapitalhochrechnung und ausführliche Kennzahlenberechnung.

Neue Version vom 25.09.2019 (verbessertes Layout, Druckexemplar in PDF)

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